Ju No Kata

Ju no kata wird häufig auch mit "Sanfte Formen" übersetzt. Ziel der Ju no kata ist zu beweisen, dass Geschmeidigkeit die Kraft besiegt. "Sanft" bedeutet in diesem Fall nicht, ohne Energie zu üben, sondern das Ausnützen der Energie des Angreifers und dessen Aufgeben, sobald er merkt, dass er verloren hat. Der Ausdruck von Harmonie und Entschlossenheit entsteht durch den ständigen Wechsel von Spannung und Entspannung. Der angreifenden Kraft soll Widerstand entgegengesetzt werden.

Die Ju no kata kann überall und jederzeit ausgeführt werden, da Uke nie fällt; es sind nicht einmal spezielle Judokleider dazu notwendig. Die Ju no kata lehrt das Konzept des Ju und trainiert den Körper. Anhand der Ju no kata kann jedermann die Judotheorie erlernen, unabhängig von Alter und Konstitution.

 

Die Ju no kata ist in drei Gruppen zu je fünf Techniken eingeteilt. Die einzelnen Gruppen haben keine speziellen Namen.

  • Tsuki-dashi (stossen)       
  • Kata-oshi (Schulter drücken)       
  • Ryote-dori (beide Hände ergreifen)       
  • Kata-mawashi (Schulter drehen)       
  • Ago-oshi (Kinn drücken)

  • Kiri-oroshi (Schnitt von oben)       
  • Ryokata-oshi (Druck auf beide Schultern)       
  • Naname-uchi (diagonaler Schlag)       
  • Katate-dori (eine Hand ergreifen)       
  • Katate-age (eine Hand hochheben)

  • Obi-tori (den Gürtel ergreifen)       
  • Mune-oshi (die Brust stossen)       
  • Tsuki-age (Aufwärtshaken)       
  • Uchi-oroshi (Schlag von oben)       
  • Ryogan-tsuki (Stich in beide Augen)

 

Quelle/Literaturhinweis:

Kano, Jigoro: Kodokan Judo. Herausgegeben unter der Aufsicht des Kodokan Redaktionsausschusses, übersetzt von Dieter Born. Bonn, Verlag Dieter Born (2007)

(ISBN 987-3-922006-25-1), S. 144 ff